
Roman
SF-Eigenverlag Fürth
ISBN 3-9805601-0-4
Originalausgabe
Umschlaggestaltung von Christian Kuschel/Martin Göppner
Fürth 1997, 16.80 DM, 274 Seiten
Heimtückische und immer tödlichere Seuchen fordern auf der Erde der Zukunft regelmäßig viele Opfer. Schon einer mutierten AIDS-Variante fielen innerhalb von 20 Jahren mehr als 2 Milliarden Menschen zum Opfer, und es tauchen immer wieder neue Krankheiten auf. Nach dem Motto, daß harte Zeiten auch große Opfer fordern, wurde nach der ersten weltweiten Krise die UNGCF, die »United Nations Genetic Control Force« gegründet, die seitdem mit allen Mitteln gegen weitere Katastrophen dieser Art eingreift. Und so mußte z.B. im Jahre 2122 ein aus 50 Mann bestehendes „Säuberungskommando“ in Mexico City eingreifen und zur Eindämmung einer neuen Seuche alle „potentiellen Krankheitsträger neutralisieren“.
Im Jahre 2143 zählt die Bevölkerung der Erde trotz dieser verzweifelten Maßnahmen nur noch eineinhalb Milliarden Menschen.
Für die Guaraj, die einen Vernichtungskrieg führen, war die Erde von Anfang an ein ideales Rohstofflager und Testgelände. Sie waren es, die hier (ohne das Wissen der Menschheit) ihre biologischen Waffen testeten und nebenbei auch Millionen von menschlichen Klonen erzeugten, um diese in ihrem Krieg einzusetzen. Und sie hatten Erfolg mit dieser Taktik, denn im Jahre 2143 ist der Gegner endgültig besiegt und die Menschheit soll nun nach Willen der Machthaber endlich wieder ihre eigenen Weg gehen dürfen.
Doch die Guaraj auf der Erde wollen das einträgliche Geschäft mit den menschlichen Klonen nicht ohne weiteres aufgeben, und so wird die Kriegsheldin Nimsaj Cindheb mit einem Geheimauftrag losgeschickt…
„Bio-Stigma“ wirft den Leser in eine dunkle Zukunft, die durch komplizierte politische Verwicklungen und Verschwörungen geprägt ist. Zu Beginn wird man vielleicht dadurch ein wenig verwirrt, doch mit der Zeit durchblickt man die Strukturen und es offenbart sich ein interessantes Handlungsgerüst, daß niemals langweilig ist. Die rosigen Zeiten auf der Erde sind vorbei, es ist jedoch trotzdem kein „Rambo“ als Held gefragt, sondern es wird eine intelligente und durchdachte Story geboten. In diesem dichten Handlungsgeflecht agieren gut beschriebene Charaktere und auch die Action kommt nicht zu kurz (ohne jedoch zum Selbstzweck zu verkommen).
Der Autor Thomas Breitenborn (Tom P. Stolid) veröffentlichte diesen Roman im eigens dafür gegründeten SF-Eigenverlag Fürth in einer gut gemachten Taschenbuchausgabe (angenehmer Satz und Layout, und nur sehr wenige Rechtschreibfehler), die zudem auch noch mit einem wirklich günstigen Preis (16.80 DM) aufwarten kann. Es wäre schade, wenn dieses engagierte Projekt keine Beachtung finden würde.
Ich kann diesen Roman ohne zu zögern jedem SF-Leser empfehlen.