Timothy Carter – Dämonenhunger

Dämonenhunger

OT: »Epoch«
Aus dem Amerikanischen von Sabine Reinhardus
Titelbild von Ken Wong – www.kenart.net
Taschenbuch, 298 Seiten
Knaur-Verlag, 2009
Preis: 8,95 €
ISBN 978-3-426-50332-4

Timothy Carters »Dämonenhunger« ist ein wahrhaft unverschämtes Buch. Da kündigt doch tatsächlich der in Toronto lebende Autor den Weltuntergang an und öffnet am Ende die Tore zur Hölle. Darf man das als Autor? Davon ist jedenfalls Carter überzeugt und entwickelt eine rasante Dämonenkomödie und fährt die Welt frech an die Wand.

Bevor es dazu kommt, muss sich der Schüler Vincent Drear mit seinen Eltern herumschlagen. Die schelten ihn für seinen miserablen Leistungen beim Wissenschaftsprojekt: er hat den Supervulkan nicht glaubwürdig genug präsentiert. Vater und Mutter gehören nämlich einer Sekte, dem Triumvirat, an und überall geistern Pamphlete über das Ende aller Dinge im Haus herum. Sein Bruder Max ist voller Begeisterung, während Vincent sich anhören muss, warum er die Botschaft nicht mit voller Leidenschaft predigt. Doch eines Tages begegnet er einem Wesen, dass niemand anderer sehen kann. Auch bei seiner Freundin Chanteuse trifft er ein solches Wesen, das sich als Elf zu erkennen gibt. Die Elfen kündigen also den mehrfach genannten Weltuntergang an und wollen die Menschen vor den Dämonen bewahren, die dann der Hölle entsteigen werden. Keine lustige Angelegenheit, weil Dämonen scharfe Zähne und großen Hunger haben. Vincent muss sich entscheiden, ob er den Countdown aufhalten kann und ob ein Insektenvernichtungsmittel auch gegen Dämonen hilft. Da aber der Ausgang der Geschichte bereits feststeht, versucht er vor allem die rettenden Portale zu finden, über die die Menschen flüchten können, bevor abertausende Dämonen die Erde von den Zurückgebliebenen säubern.

Unzählige Dämonen bevölkern das Buch. Jedes der dreißig Kapitel fängt mit einem Bild der kugeligen und rasenden Ungeheuer an. Und dass es dem Ende zugeht, erkennt man am Countdown. Denn es fängt mit 30 an und hört mit der 1 auf. Logik ist nicht zu erwarten, es geht um Spaß und lustige Situationen. Lockere Dialoge und aberwitzige Figuren erleichtern die Lektüre, denn eigentlich sollte einen bei der Apokalypse das Grauen übermannen. Das Buch beweist, es geht auch ohne Asteroiden, Vulkane oder Zombies und Vampire, um fantastische Unterhaltung zu bieten. Jugendliche und Leser fantastischer Unterhaltung sollten ihren Spaß an »Dämonenhunger« haben. Es ist amüsant geschrieben und flott zu lesen. Eine turbulente Achterbahnfahrt ins Nichts.